He-Man.de29.09.2016
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Episode 42 - Ein dunkler Sieg (Teil 2)

 

„In Ketten stand er vor uns

als Beweis des Triumphes der Wilden Horde.

Doch das Feuer brannte noch immer in seinen Augen.

So konnten auch wir die Torturen der Besatzer überstehen.“

- Ein Bürger Eternias über den von der Horde gefangenen He-Man

 

Vom Balkon des Königs sah Hordak auf den unter ihm liegenden Marktplatz herab. An diesem regnerischen Tag hatten sich nur wenige Leute eingefunden, um dem Schauspiel beizuwohnen, das sich dort unten ereignete. Ein in Ketten gelegter He-Man wurde von Grizzlor zum Zentrum des Platzes geführt und dort wie ein Stück Vieh ausgestellt.

 

 

Es war ein Zeichen des Triumphes der Wilden Horde. Die Bürger Eternias sollten sehen, wie ihr großer Held als Sklave gehalten wurde und alle Hoffnung verlieren. Daher ließ Hordak dieses Schauspiel jeden Tag aufs Neue wiederholen - pünktlich um zwölf Uhr mittags. Er wusste dabei sehr wohl, dass die wenigen Bürger, die sich hier regelmäßig einfanden, keineswegs mit ihm seinen Sieg feiern wollten. Es war vielmehr die Neugier, die sie auf den Marktplatz lockte. Sie wollten sich mit eigenen Augen überzeugen, dass es tatsächlich der legendäre He-Man war, der dort ausgestellt wurde. Als sie dann schließlich erkannten, dass Hordak ihnen keine Fälschung präsentierte, verfielen die Bürger in Verzweiflung und verloren alle Hoffnung. Oftmals waren sie so mitgenommen, dass ein Trooper der Horde sie vom Marktplatz wegzerren musste. Der Großmeister der Wilden Horde genoss den Anblick der Verzweiflung. Er sog das Leid der Menschen regelrecht in sich auf und labte sich daran. Doch eines störte ihn dabei. Es war der eiserne Blick mit dem He-Man ihm begegnete. Der Blick eines Kriegers. Der Blick eines Kriegers, der noch nicht gebrochen war...

 

*

 

 

Sadicus prüfte ein letztes Mal den Halt seiner neuen Rüstung. Der junge Soldat, der nur ein paar Jahre älter als der Kronprinz war, konnte noch immer nicht glauben, dass man ihn zum neuen Man-At-Arms ernannt hatte. In der königlichen Wache gab es nicht nur zahlreiche Leute mit mehr Erfahrung, sondern auch mit höheren Rängen. Prinzessin Adora hatte Sadicus bei seiner Ernennung zum neuen Waffenmeister allerdings erklärt, dass ein Man-At-Arms sich nicht durch Ränge und Kampferfahrung definieren ließe. Als Waffenschmied musste er über ein beträchtliches technisches Fachwissen verfügen. Zumindest hier konnte Sadicus punkten. Seit er ohne Hilfe einen Schraubenschlüssel tragen konnte, hatte er sich mit Maschinen beschäftigt. Doch es war noch etwas anderes, das laut Adora einen Man-At-Arms auszeichnete. Die kompromisslose Hingabe für Gerechtigkeit und Freundschaft. Auch hier hatte sich Sadicus bewährt. In vergangenen Schlachten hatte er unter Einsatz seines eigenen Lebens zahlreichen Kameraden das ihre gerettet. Damals war er mit zahlreichen Orden ausgezeichnet worden. Ein Umstand, der ihm auch heute noch merkwürdig erschien. Hätte nicht jeder andere in einer solchen Situation genauso gehandelt?

 

Als Man-At-Arms hinaus auf den Flur trat, fragte er sich, ob er dem neuen Namen, den er nun trug, überhaupt je gerecht werden könnte. Es war einer dieser unglaublichen Zufälle, manch einer würde es Schicksal nennen, dass er just in diesem Moment jemandem begegnete, der ebenfalls mit seiner neuen Berufung haderte. Es war Teek. Die Masters of the Universe hatten ihn in ihre Reihen aufgenommen und ihm den Kampfnamen Icarius gegeben unter dem er von nun an bekannt sein sollte.

 

 

Die beiden Männer tauschten ein paar höfliche Worte aus und bewunderten die neue Uniform des jeweils anderen. Sie kannten sich flüchtig vom Training der Soldaten, hatten darüber hinaus aber nie miteinander zu tun gehabt. Das sollte sich jedoch schon bald ändern. Teela kam den beiden entgegen und musterte sie. Freundlich grüßte sie Teek, während sie Sadicus ignorierte. Sie konnte es nicht ertragen jemand anderes als ihren Vater in der Uniform von Man-At-Arms zu sehen.

„Prinzessin Adora erwartet uns im Thronsaal des Schlosses.“, erklärte sie. „Unsere Spione haben He-Man endlich gefunden. Er ist ein Gefangener der Wilden Horde.“    

 

*

 

Längst hatte He-Man jegliches Gefühl in seinen Armen verloren und das obwohl sich die Manschetten der Kette in sein Fleisch gebohrt hatten. Seine Umgebung nahm er nur noch verschwommen wahr. Wahrscheinlich befand er sich in einer der Zellen des königlichen Kerkers. Doch das war ihm egal. Seine Gedanken kreisten nur um die Stimme jenes Mannes, der gekonnt verhinderte, dass He-Mans Geist sich in einer Traumwelt in Sicherheit bringen konnte. Ein unbeschreiblicher Schmerz durchfuhr ihn, beginnend in seiner Brust bis in die letzte Faser seines Oberkörpers.

„Wahrlich bemerkenswert, Muskelprotz.“ Leech beäugte mit einer gewissen Bewunderung die vier langen Nadeln, die er nach und nach in He-Mans Brust gebohrt hatte. „Du musst wissen, dass dies keine gewöhnlichen Nadeln sind. Man nennt sie die Nadeln des Feuers. Ein Folterinstrument, das die Priester der alten Religion ausgiebig genutzt haben und das über die Jahrtausende beinahe in Vergessenheit geraten ist.“

Aus einer kleinen Holzschatulle entnahm Leech eine fünfte Nadel und suchte voller Genuss nach einer Stelle an He-Man Körper an der er sie setzen konnte. Diesmal entschied er sich für den rechten Oberschenkel. He-Man versuchte zunächst einen Schrei zu unterdrücken. Als sich der Schmerz, den die zusätzliche Nadel verursachte in seinem Körper immer mehr ausbreitete, entlud sich seine Pein dann aber doch in einem von Agonie gekennzeichneten Wimmern, das überging in einen entsetzlichen Schrei voller Qual. Leech genoss das Schauspiel und überlegte sich bereits wo er die nächste Nadel setzen konnte.

„Als die Wilde Horde damals die alte Religion auslöschte, haben wir uns ihr Wissen natürlich einverleibt. Du musst wissen, dass ein normaler Mann bereits bei der ersten Nadel um Gnade winselt, bei zwei Nadeln den Verstand verliert und spätestens bei der dritten Nadel nicht mehr ist als ein offenes Buch, dem wir jede Information entnehmen können, die wir wollen. Es ist wirklich erstaunlich wie lange du durchhältst. Erstaunlich, aber vollkommen zwecklos.“

Leech setzte die nächste Nadel - es war mittlerweile die neunte.   

 

*

 

Der erst kürzlich in sein Amt berufene Man-At-Arms und Teek, der nun den Kampfnamen Icarius trug, tauschten ihre Blicke aus und nickten sich zu. Dann startete Icarius die Düsen seines Raketenrucksacks, griff Man-At-Arms und schwebte mit ihm über die Mauern des in Dunkelheit gehüllten Königspalastes.

 

 

Noch immer konnten sie es nicht so recht glauben, dass sie von Prinzessin Adora für diese wichtige Mission ausgesucht worden waren. Sie hatte ihnen bei ihrem Briefing vor wenigen Stunden erklärt, dass Sy-Clone mit der Hilfe von She-Ra einen Wirbelsturm erzeugen werde, der mit voller Wucht die Westseite des Palasts treffen und die Horde ablenken würde, so dass sie unbemerkt ins Innere des Palastes gelangen konnten. Da Buzz Off verletzt war und das Verhältnis zwischen Stratos und den Masters momentan bestenfalls als schwierig beschrieben werden konnte, war Icarius der Einzige, der hoch genug fliegen konnte, um über die Mauer zu setzen. Im Innern angelangt, sollte Man-At-Arms dann sämtliche Sicherheitssperren, die sich ihnen unter Umständen in den Weg stellen würden, deaktivieren. Beide Krieger hatten kaum Erfahrung mit derartigen Infiltrationsmissionen. Doch sie waren He-Mans einzige Hoffnung. Der Antrieb von Icarius Raketenrucksack verstummte als sie jenseits der Palastmauer aufsetzten. Der geheime Zugang ins Innere des Palastes war von ihrem Standort nicht weit entfernt. Allerdings befanden sie sich im Herzen der Besatzungszone der Wilden Horde. Wenn sie jemand entdecken und Alarm auslösen würde, bevor sie den Kerker erreichten, wäre He-Man verloren. Angespannt bewegten sie sich die beiden Männer in Richtung ihres Ziels. 

 

*

 

Die Kerker des Königspalastes waren hochmodern. Empfindliche Bewegungssensoren entdeckten jeden unbefugten Eindringlich und lösten sofort Alarm aus. Man-At-Arms hatte mit seinem Vorgänger das System entwickelt und kannte dessen Stärken - aber auch dessen Schwächen. Das System machte Wachen im inneren Sicherheitsbereich des Zellentraktes überflüssig, so dass lediglich zwei Horde Trooper den Zugang dorthin bewachten. Würde man diese beiden Wachen ausschalten und sich dann in das System hacken, wäre der Rest ein Kinderspiel. Icarius und Man-At-Arms hatten die beiden Wachen schnell erledigt, doch das Programm bereitete dem Waffenmeister einige Probleme. Hordak hatte ein neues System aufspielen lassen, so dass Man-At-Arms länger für eine Umgehung brauchte als geplant. Während sein Mitstreiter versuchte sich in das System zu hacken, hielt Icarius Wache für den Fall, dass ungebetene Besucher den Kerker betreten sollten. Als sich die Prozedur hinzog, wurde Icarius nervös.

„Dauert es noch lange?“, flüsterte er ohne seine Ungeduld dabei zurückhalten zu können.

„Hab’s gleich.“, erwiderte Man-At-Arms und betätigte noch einige Tasten. Kurz darauf öffnete sich auch schon die vergitterte Sicherheitstür.

Im innere Bereich waren die Zellen mit einigen Wachen und Bediensteten der Königsfamilie gefüllt. Es überraschte die beiden Masters, dass die Wilde Horde so viele Gefangene nahm. Bisher gingen sie davon aus, dass die Feinde nur bedeutende Leute einsperrten und das Fußvolk hinrichteten.

Noch ahnten sie nichts von Hordaks Vorliebe für Experimente mit menschlichen Versuchsobjekten. Eines Tages sollte sich dies für einen von ihnen ändern.

Als sie eine der hinteren Zellen erreichten, entdeckten sie schließlich König und Königin. Beide waren unverletzt und es ging ihnen den Umständen entsprechend gut. Sie freuten sich sichtlich die beiden Masters zu sehen.

„Eure Majestäten!“, flüsterte Man-At-Arms in die Zelle. „Wir werden euch befreien.“

Augenblicklich festigte sich König Randors Miene wieder. „Nein, das dürft ihr nicht.“

Als Man-At-Arms und Icarius ihn ziemlich überrascht ansahen, ließ sich der Monarch zu einer kurzen Erklärung hinreißen.

 

 

„Ihr müsst He-Man retten. Nur er kann Hordak aufhalten. Meine Königin und ich würden euch bei diesem Unterfangen nur aufhalten. Außerdem würde Hordak die restlichen Gefangenen für diesen Verlust schrecklich bestrafen. Wenn er jedoch nur He-Man verliert, verschont er sie vielleicht, wenn ich mich ihm unterwerfe.“

„Das dürft ihr nicht tun, mein König!“, warf Icarius erschrocken ein.

„Es ist nur eine bedeutungslose Geste, die uns Zeit verschafft. Vielleicht wird sie auch gar nicht notwendig sein. Hordak wirkt in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Er scheint irgendetwas Großes vorzubereiten.“

Schweren Herzens willigten Man-At-Arms und Icarius schließlich ein König und Königin zurückzulassen. Es war Marlena, die den beiden Kriegern noch ein paar Trost spendende Worte mit auf den Weg gab.

„Unsere Kinder haben also dich zum neuen Man-At-Arms ernannt, Sadicus. Eine gute Entscheidung. Mein Mann und ich hatten schon immer großes Vertrauen in deine Fähigkeiten und in deine Person. Das gilt auch für dich, Teek. Mögen euch die Götter auf euren Wegen begleiten.“ Sie hielt kurz inne als sich die beiden Männer verbeugten. „Und nun geht. Rettet He-Man aus den Fängen dieser Monster.“

 

*

 

He-Mans Zelle befand sich ein Stockwerk unterhalb des normalen Zellentraktes, dort wo sich der Kerker für die Einzelhaft befand. Als Icarius und Man-At-Arms ihn erreichten, war er mit Ketten aus Eternium an die Wand seiner Zelle gefesselt. Dem robustesten Metall des Planeten konnte selbst der stärkste Mann des Universums nichts anhaben, geschweige denn der Schneidelaser, den Man-At-Arms mitgebracht hatte. Zu ihrem Glück war der neue Waffenmeister im Knacken von Schlössern sehr geschickt. Schon während der Ausbildung hatten sie ihn daher den „Meister aller Schlösser“ genannt. In nur wenigen Minuten hatte er den Kameraden befreit und das ohne sich dabei mit dem Eternium beschäftigen zu müssen. He-Man bekam von der Befreiungsaktion nicht sonderlich viel mit. Er war zwar nicht bewusstlos, wimmerte jedoch in einer Art Delirium vor sich hin. Erst jetzt fielen Icarius und Man-At-Arms die Nadeln auf, die in seinem Körper steckten.

„Was ist das?“, fragte Man-At-Arms besorgt und entfernte vorsichtig eine der Nadeln.

Icarius klappte das Visier seines Helmes herunter und scannte den Gegenstand.

„An der Spitze befindet sich eine toxische Substanz, die der Computer nicht genauer bestimmen kann.“, erklärte er nachdem die Analyse abgeschlossen war. „Wir sollten die Teile besser schnell entfernen.“

Als sie die Nadeln entfernt hatten, verlor He-Man vor Erschöpfung das Bewusstsein. Das Wimmern hatte aufgehört.

 

 

„Ich werde ihn tragen, sichere du den Fluchtweg.“ Icarius nahm He-Man Huckepack und ging dabei leicht in die Knie. Ihm war klar gewesen, dass der Stärkste der Starken kein Leichtgewicht sein würde, sein tatsächliches Gewicht überraschte ihn dann aber doch. Zwischenzeitlich sicherste Man-At-Arms mit seinem Blaster den Flur und gab Icarius schließlich das Zeichen, dass der Weg frei war.

 

 

He-Man und seine Befreier hatten es beinahe zurück bis zum Raketenrucksack geschafft als Leech und Shadow Weaver ihren Weg kreuzten. Der Folterknecht hatte die Hilfe der Hexe angefordert, nachdem He-Man auch weiterhin den Nadeln des Feuers Widerstand geleistet hatte. Nun hatte Shadow Weaver ihn mit einem Zauber brechen wollen. Der Rettungsversuch dieser beiden Amateure amüsierte die Hexe.

„Was glaubt ihr da zu tun?“, fragte sie mit süffisantem Unterton.

„Euch beiden einheizen!“, Man-At-Arms ließ sich zu keinem großen Gespräch hinreißen uns eröffnete schlagartig das Feuer. Der erste Schuss aus seinem Blaster traf Leech mitten auf die Brust und setzte diesen sofort außer Gefecht. Icarius nutzte die Zeit, um He-Man hinter einer Deckung in Sicherheit zu bringen.

Erbost darüber, dass das Gewürm es wagte Widerstand zu leisten und dabei noch solchen Erfolg hatte, schleuderte Shadow Weaver ihrem Gegenüber ein Bündel Blitze entgegen und zerstörte so Man-At-Arms Blaster.

„Verdammt.“, fluchte dieser leise vor sich hin, bereits ahnend, dass die nächste Ladung Blitze ihn direkt treffen würde. Stattdessen stieg jedoch schwarzer Nebel um ihn herum auf und zog ihn in die Dunkelheit hinab.

„Für diese Anmaßung wirst du mir als persönlicher Sklave dienen, Mensch!“, fauchte Shadow Weaver ungehalten.

„Hey, Miststück!“ Shadow Weaver sah zur Seite. Den Soldaten in der blauen Rüstung hatte sie bereits abgeschrieben gehabt. Sie war davon ausgegangen, dass er sich feige in Sicherheit gebracht hatte. Ein fataler Fehler wie sich nun herausstellte, denn Icarius stand zwar in einiger Entfernung zu ihr, richtete jedoch die Raketen, die er an seinem rechten Arm mit sich führte, direkt auf die Hexe. Zumindest glaubte Shadow Weaver das. Denn als Icarius eine der Raketen abfeuerte, zog diese an ihr vorbei. Zu spät realisierte sie, dass der Angriff nicht ihr gegolten hatte, sondern dem Fass voller Treibstoff in ihrer unmittelbaren Umgebung. Mit einem lauten Knall explodierte das Fass und tauchte Shadow Weaver in Flammen. Entsetzlich schreiend, taumelte die Hexe davon.

„Komm, wir dürfen keine Zeit verlieren.“ Icarius half Man-At-Arms beim Aufstehen. „Die Explosion hat wahrscheinlich den gesamten Palast auf uns aufmerksam gemacht.“

Geschwind eilten die Masters zu Icarius Raketenrucksack, der nur wenige Meter entfernt in einem Gebüsch versteckt war und brachten sich in Sicherheit.

 

*

 

In Castle Grayskull angekommen, eilten sogleich Teela und die Sorceress herbei, um He-Man zu verarzten. Teek sah sich suchend nach Adora um.

„Sie ist gerade bei einer Einsatzbesprechung mit den restlichen Masters.“, erklärte ihm Teela lächelnd. Ihr war Teeks Zuneigung für die Prinzessin nicht entgangen. „Geht ihr am besten gleich Bericht erstatten. Die wird sich freuen, euch zu sehen.“

„Was ist mit He-Man?“, fragte Man-At-Arms besorgt.

„Er ist lediglich erschöpft.“, erklärte die Sorceress nach einer kurzen Untersuchung. „Habt ihr sein Schwert mitgebracht, so wie ich es aufgetragen hatte?“

„Ja, hier ist es.“ Man-At-Arms übergab der Hüterin von Grayskull das Zauberschwert.

„Ich muss mich bei dir entschuldigen, Sadicus.“ Teela sprach mit leiser Stimme, ihr Blick war aber aufrichtig. „Du bist ein guter Krieger und ein wahrer Freund. Ich...“ Sie suchte nach Worten. „Ich brauche nur noch eine Weile, um zu akzeptieren, dass es nun einen neuen Man-At-Arms gibt.“

„Dein Vater war ein großer Mann. Ich hoffe, dass ich seinem Erbe gerecht werden kann.“

„Das wirst du. Daran habe ich keinerlei Zweifel.“ Teela lächelte ein wenig.

 

 

Nachdem Icarius und Man-At-Arms gegangen waren, erwachte He-Man langsam aus seiner Ohnmacht.

„Wo bin ich?“, fragte er mit schwacher Stimme.

„In Sicherheit. Ruh dich aus.“ Teela umarmte ihn. Doch He-Man schien unbedingt noch etwas mitteilen zu wollen.

„Hordak... wir müssen ihn aufhalten...“

„Wir werden den Palast zurück erobern, keine Sorge. Aber erst musst du zu Kräften kommen.“

He-Man ließ sich von Teelas Beruhigungsversuchen jedoch nicht beirren.

„Er nutzt... Duncans Computer...“

„Was will er denn mit Vaters Computer?“ Teela war sichtlich verwirrt. Die Sorceress hatte jedoch gleich erkannt, auf was He-Man hinaus wollte und wurde plötzlich ganz blass. Sie setzte zu einer Erklärung an:

„Hordak versucht mit der Hilfe des Großrechners eine Verbindung herzustellen - eine Verbindung zur Heimatwelt der Wilden Horde...“

 

*

 

Hordak hielt die schwer verletzte Shadow Weaver in seinen Armen und fuhr ihr behutsam über ihren Kopf. Schwere Verbrennungen hatten ihren menschlichen Körper schwer entstellt und die damit einhergehenden Schmerzen ließen sie Höllenqualen durchleiden. Doch zu mehr als einem leisen Wimmern war sie nicht mehr in der Lage. Ihr Körper war schon zu geschwächt.

„Du warst immer eine treue Dienerin, Weaver.“ Hordak befand sich mit seiner Oberhexe in den Gemächern des Königs. Er hatte sie persönlich dorthin gebracht, nachdem ihn Leech über den Zustand von Shadow Weaver in Kenntnis gesetzt hatte.

„Ich kann deinen Körper nicht vollständig retten.“, erklärte Hordak seiner Dienerin, unsicher, ob sie ihn überhaupt verstehen konnte. „Aber ich kann dich in die Trollanerin zurück verwandeln, die du einst warst.“

Ein schwaches und gequältes „Nein“ entfuhr Shadow Weavers Lippen. Hordak verstand, dass sie trotz allem bei vollem Bewusstsein war.

„Deinen Körper kann ich aber nicht retten und gewiss werde ich dich nicht sterben lassen!“

Es war jener Moment, in dem sich Hordak für einen Mittelweg entschied. Er beschwor einen der dunkelsten Zauber herauf, den er kannte und das obwohl er damals bei der Erschaffung Skeletors sich geschworen hatte, dergleichen nie wieder zu tun. Er verband Shadow Weaver mit den Mächten der Dunkelheit und schuf damit ein völlig neues Wesen.

Beschämt über ihre abstoßende Gestalt riss Shadow Weaver die roten Vorhänge von der Wand und verhüllte sich darin. Ihre gelben Augen glühten vor Zorn als ihre krächzende Stimme erklang und Vergeltung schwor: „Ich werde diesen Krieger in der blauen Rüstung die gleichen Schmerzen zufügen, die ich durchleiden musste. Koste es was es wolle.“

 

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